Paul Auster: Timbuktu

Auster, Paul - TimbuktuEin Buch über Mr. Bones den Hund mit mehr oder weniger zwei Lebensabschnitten. Über das Leben und vor allem Sterben, Gewohnheiten und Neues. Recht bodenständig, nichts spektakuläres und dennoch gut für zwischendurch.

Vor ein einigen Jahren las ich einmal ein Interview, ich weiss nicht mehr wo und mit wem, aber die Person nannte die New York Trilogie von Paul Auster als eines ihrer absoluten Lieblingsbücher. So kam ich zu Auster. Da ich zu dem Zeitpunkt zufällig auf der Suche nach etwas Neuem war, las ich es. Mit Begeisterung. Nach Jahren der Abstinenz griff ich nun wieder zu, Timbuktu. Klingt auf den ersten Blick wie ein Reisebericht, es geht aber mitnichten um Urlaub sondern vielmehr um die letzte Reise. Alles in diesem Buch dreht sich um das Leben des Hunds Mr. Bones, sogar die Erzählperspektive wurde von Auster entsprechend gewählt. Sein Herrchen heißt Willy G. Christmas, seit einem Zwischenfall mit Gott, und ist ein Penner. So führt auch Mr. Bones seit vielen Jahren ein Leben auf der Straße. Etwa nach der Hälfte stirbt Willy und nach einigen Gehversuchen so ganz allein auf der Welt kommt Mr. Bones zu einer Familie, die es gut mit ihm meint.

Trotz diesem neuen Anfang kann er Willy nie vergessen und wird die Stimme in seinem Schädel nicht los die ihn immer wieder daran erinnert, was er bereits als kleiner Welpe und auch später von Willy gelernt hat. Die Stimme und sein Fieberwahn lassen ihn auf die Suche gehen nach Timbuktu, dem Ort nach dem Tod.

Fazit: Auch wenn der Verlauf des Buches etwas holprig daherkommt und ich für meinen Teil den Beginn etwas zu ausführlich mit Willy verbringen musst, ist Timbuktu ein schöner Einstieg in die Vielfalt Austers, allerdings kein schöner Einstieg im Allgemeinen. Wenn einem Tiergeschichten, wir mir, nicht besonders liegen, sollte man sich überlegen mit einem anderen Werk dieses abwechslungsreichen Schriftstellers zu beginnen oder fortzufahren. Timbuktu ist eine leichte Unterhaltung und bietet ohne über Jahre im Gedächtnis zu bleiben leichte Unterhaltung für Zwischendurch.

Möchte man mehr in das Buch hineininterpretieren, kann man die Beziehung zwischen Hund und Herrchen in dieser besonderen Situation vielleicht als Darstellung von Kind und Eltern verstehen. Hierbei würde es um das übernehmen von Meinungen und Perspektiven der Eltern gehen die später immer mehr in Frage gestellt werden, meist ohne vollständig zu verschwinden. Gipfeln würde die Geschichte dann im Tod der Eltern. Vielleicht ist es aber doch nur die Geschichte eines Hundes, um dies herauszufinden, sollte man das Buch einfach lesen und sich selbst eine Meinung bilden.

Weitere Informationen zum Buch
Kauft euch die deutsche Taschenbuchausgabe bei Amazon oder die englische Ausgabe. Für diejenigen, die lieber hören als lesen, gibt es Timbuktu auch als Hörbuch ebenfalls bei Amazon. Mehr Informationen zum Autor findet ihr bei Wikipedia.


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